ThemenRoute Nachhaltige Produktion

Für nachhaltige Produktion um die Ecke denken

Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung sind immer weniger Trendthemen, sondern viel öfter unabdingbare Voraussetzungen, damit Prozesse und Produkte im globalen Wettbewerb bestehen können. Immer mehr Player in den Branchen Schüttgut und Recycling-, Pumpen- und Armaturen-Technik nehmen diese Wettbewerbsaspekte inzwischen sehr ernst und suchen nach Nachhaltigkeits-Potenzialen in ihrem Tätigkeitsfeld.

Viele Aspekte und Stellschrauben von Nachhaltigkeit und Ressour­censchonung wie beispielsweise Recycling, Second-Life und Re-Use liegen dabei als Hebel für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft klar auf der Hand. Doch manchmal muss man auch um die Ecke denken und sich von eingeschliffenen Prozessen lösen, um dann fast selbst­verständliche Verbesserungen zu erkennen und zu übernehmen. Auf der Themen-Route „Nachhaltige Produktion“, die Messeveranstalter Easyfairs auf dem Messetrio SOLIDS & RECYCLING-TECHNIK und PUMPS & VALVES am 22. und 23. Juni 2022 in Dortmund anbietet, erhalten Besucher genau solche wertvollen Einblicke in mehr Nachhaltigkeit – auch wo sie es zunächst vielleicht gar nicht erwarten.

Verschleißschutz ist gelebte Nachhaltigkeit

So bringen vielleicht nur wenige das Thema Verschleißschutz mit Nachhaltigkeit in Verbindung. Doch genau darauf legt Ursula Wienand von der Firma PUCEST protect GmbH aus Elsenfeld wert. Das Unternehmen bietet Verschleißschutz für Maschinen und Anlagen auf dem gesamten Weg, den Schüttgut zurücklegen kann. Segmentplatten können dort eingesetzt werden, wo Schüttgut aufprallt. Diese Aufprallstellen lassen sich in einem Trichter schnell und einfach reparieren – eine Besonderheit von PUCEST. So können lange Stillstandszeiten oder die klassischen „Winter-Reparaturen“ vermieden werden. Außerdem kann die Lebensdauer von Maschinen und Anlagen deutlich verlängert werden. Das ist es, was Wienand mit Nachhaltigkeit meint: einfach reparieren statt aufwändig entsorgen – teilweise als Sondermüll. Auf der SOLIDS können Anwender beispielsweise an einer Spachtelwand selbst erfahren, wie einfach und schnell Reparaturen durchgeführt werden können. Für die Zukunft sieht Wienand Nachhaltigkeit immer wichtiger werden und das Thema Werterhaltung von Maschinen und Anlagen sei dabei ein höchst wichtiger Aspekt.

Simulation ersetzt Bau und Entsorgung von Prototypen

Und auch beim Thema Simulation denken viele vielleicht nicht gleich an nachhaltige Produktion. Aber genau das sei es, ist Jan-Philipp Fürstenau von der Firma CADFEM Germany GmbH in Grafing bei München überzeugt. Man müsse beim Maschinen- und Anlagenbau für die Schüttgutindustrie nur an die Prozessoptimierung denken. Durch hohe Kosten für Prototypen und Experimente könnten viele Anlagen bei weitem nicht so sehr optimiert und erprobt werden, wie es sich die Entwickler wünschen. „Da zeigen sich schnell die Stärken der Simulation, bei der mit wenigen Handgriffen Geometrien oder Betriebsparameter variiert werden können, um ihren Effekt mit wenig Aufwand virtuell zu erproben. Simulation macht Prozesse von Anfang an transparent und erspart das „Trial-and-Error“-Prinzip“, betont Fürstenau. Dabei lassen sich auch einzelne Abschnitte separat betrachten.

So können beispielsweise Mischprozesse virtuell optimiert werden, bis das Ergebnis stimmt. Ohne Simulation müssten jedes Mal die Mischprozesse durchgeführt werden, um experimentell herauszufin­den, ob das gewünschte Ergebnis erzielt wird. Bei diesem Weg des Ausprobierens werde nicht nur unnötig viel Zeit verschwendet, die gemischten Stoffe werden am Ende in den allermeisten Fällen auch entsorgt. So wird wertvolles Material verschwendet. Auf dem Messestand von CADFEM (X10-7) können sich die Teilnehmer der Themenroute „Nachhaltige Produktion“ ein Bild vom Beitrag der Simulation zur ressourcenschonenden Produktion machen. Es warten anschauliche Praxisbeispiele und CADFEM-Experten, die gerne Rede und Antwort stehen.

Kontakt:

Autor: Jürgen Fürst, Fachredakteur, Stuttgart

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